Auch wenn die Stadthalle in Troisdorf den für einen Juni-Tag absurd hochsommerlichen Temperaturen in Troisdorf trotzte und Bündnis 90/Die Grünen auf dem 100. Landesdelegiertenkongress viel Geschlossenheit und Aufbruchstimmung zeigten, ging es gerade bei den Reden des Bundesvorsitzenden Felix Banaszak aus Duisburg und des wiedergewählten Landesvorsitzenden Tim Achtermeyer teilweise heiß her.
Banaszak nahm die Bundesregierung in seiner Rede aufs Korn, insbesondere Bundeskanzler Friedrich Merz: „Friedrich Merz wird gerade Opfer seiner eigenen Versprechungen“, sagte Banaszak. „Jeder, der einen Mathe-Grundkurs hatte, hätte wissen können, dass man nicht gleichzeitig keine neuen Schulden, Steuersenkungen und Mehrausgaben für die Verteidigung und für viele andere Dinge versprechen kann. Aber Friedrich Merz hat sich dazu entschieden, den Leuten einen Scheiß zu erzählen.“ Tim Achtermeyer nannte „jedes Windrad einen ausgestreckten Mittelfinger in Richtung der Autokraten im Iran oder in Russland.“
Zeybek und Achtermeyer wiedergewählt
Gemeinsam mit Yazgülü Zeybek wird Achtermeyer weiter die Landespartei anführen. Für sie stimmten 85,1 Prozent der Delegierten, Achtermeyer kam auf 91,1 Prozent. Emotional wurde es, als Josefine Paul als Ministerin verabschiedet wurde.
Zudem stimmten die Delegierten für den Leitantrag zur Verkehrspolitik, auf die auch nach Verhandlungen mit der Grünen Jugend die Forderung nach einem 9-Euro-Ticket in letzter Minute aufgenommen worden.
Die gut 200 Delegierten schauten dann am Abend mit einigen Gründungsmitgliedern einen Film über die erste Landesdelegiertenkonferenz, später wurde das deutsche WM-Spiel gegen die Elfenbein-Küste in der Stadthalle gezeigt, im Foyer stieg die Party. Am Sonntagmorgen geht die LDK unter dem Motto „Selbstbestimmt, sicher und frei“ in den zweiten Tag.