Recht nur für den, der sich einen Anwalt leisten kann? Verbraucherzentrale retten!

Die Mehrheit aus FDP, CDU und AfD hat beschlossen, die Finanzierung der Verbraucherzentrale in Troisdorf zu beenden. Damit würde die Beratungsstelle in der Innenstadt spätestens 2030 schließen. Was bedeutet das konkret für Troisdorfer Bürgerinnen und Bürger? • Wegfall unabhängiger Beratung bei Problemen mit Energieverträgen, Internet- und Handyverträgen, Inkasso, Versicherungen, Abzocke oder finanziellen Notlagen

• Wegfall der Abfall- und Umweltberatung, also Unterstützung rund um Mülltrennung, Energiefragen und Ressourcenschutz

• Verlust von Landesmitteln: Jeder kommunale Euro für die Verbraucherberatung wird derzeit durch Landesmittel ergänzt. Troisdorf verliert damit auf Jahre hinaus erhebliche Fördergelder.

• Mehr Belastung an anderer Stelle: Viele Menschen werden mit ihren Problemen künftig bei Verwaltung, Sozialstellen oder Schuldnerhilfen landen. • Besonders betroffen sind ältere Menschen, Menschen mit wenig Einkommen und alle, die sich teure Rechtsberatung nicht leisten können.

• Ein weiteres Ladenlokal in der Innenstadt wird leer stehen.

Fatales Signal und kurzfristige Entscheidung

Dabei gehört der Standort Troisdorf schon heute zu den kleinsten und günstigsten in NRW. Mit diesem Beschluss verliert Troisdorf am Ende mehr, als eingespart wird. Für viele Menschen ist die Verbraucherzentrale eine verlässliche und unabhängige Anlaufstelle im Alltag. Diese Entscheidung ist ein fatales Signal gegenüber all denjenigen, die eben nicht problemlos zwischen seriösen Informationen und fragwürdigen Angeboten im Internet oder in sozialen Medien unterscheiden können.

Bürgermeister Alexander Biber und seine Mehrheit aus CDU, AfD und FDP signalisieren: Recht soll nur für die gelten, die sich auch einen Anwalt leisten können. Wer keine gute, unabhängige Beratung mehr vor Ort findet, läuft eher Gefahr, auf falsche Versprechen, schlechte Verträge oder unseriöse „Hilfen“ hereinzufallen. Die Verbraucherzentrale ist deshalb keine Luxusleistung, sondern gelebte Daseinsvorsorge. Eine kurzsichtige Entscheidung!

Ulrike Tesch, Co-Fraktionsvorsitzende

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